Sachertorte – Liaison von Aprikose und Schokolade

Ein Muss während das Wien-Besuchs – ein Stück Sachertorte

Wer hat sie eigentlich erfunden, die berühmteste Torte der Welt? Ein Lehrling, und das schon vor 185 Jahren! Franz Sacher war gerade 16 und als Küchenjunge bei Fürst Metternich in der Ausbildung. Der österreichische Staatskanzler erwartete an diesem Tag im Jahre 1832 wichtigen Besuch. Da die Küche im Hause Metternich einen sehr guten Ruf hatte, wollte Metternich auch diesmal seine Gäste beeindrucken und wünschte für den Abend die Kreation eines neuen Desserts. Dummerweise war der Chefkoch gerade krank. Was des einen Pech, ist oft des anderen Glück. Denn so fiel dem im zweiten Lehrjahr stehenden Franz Sacher diese anspruchsvolle Aufgabe zu. Das Ergebnis: eine Torte aus luftigem Schokoladenbiskuit und Marillenmarmelade (österreichisch für Aprikosenkonfitüre), überzogen mit Schokoladenglasur. Die Sachertorte war erfunden, Metternichs Gäste begeistert.

Mit Nick in Wien im Café Sacher

Das berühmte Hotel Sacher, zwischen Stephansdom und Wiener Staatsoper gelegen, wurde 1876 von Franz Sohn Eduard eröffnet. Auch heute lässt sich im eleganten Café des Hotels noch ein Stückchen der legendären Torte genießen, für viele Touristen ein „Must“ während eines Besuchs der Hauptstadt Österreichs. Auch für meinen Sohn Nick und mich im Juli 2017, auf der hübschen Terrasse. Unser Fazit: Ja, muss man unbedingt mal probiert haben!

Wer sich selbst mal daran probieren möchte…

Sachertorte

Zutaten: 180 g Blockschokolade, 140 g Butter, 160 g Puderzucker, 8 Eigelbe, 1 Päckchen Vanillezucker, 8 Eiweiß, 80 g Zucker, 140 g Mehl, Butter zum Fetten der Form, 3 – 4 EL Semmelbrösel, 200 g Aprikosenkonfitüre, 200 g Zucker, 150 g Schokoladenkuvertüre.

Und so geht’s: Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen und etwas abkühlen lassen. Sie soll noch flüssig sein.

Die Butter mit der Hälfte des Puderzuckers schaumig rühren. Zuerst die Eigelbe und Vanillezucker unterrühren, dann die geschmolzene Schokolade.

Eiweiß mit dem restlichen Puderzucker zu sehr steifem Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse ziehen. Zum Schluss das Mehl in kleinen Mengen über die Masse sieben und vorsichtig untermischen, es soll ein cremiger Teig entstehen.

Den Backofen auf 180 °C (Gas Stufe 2-3, Umluft 160 °C) vorheizen. Eine Springform mit Butter ausstreichen, den Boden mit Semmelbröseln bestreuen, die Teigmasse einfüllen und glatt streichen. Die Form auf der untersten Schiene etwa 50 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen vor dem Herausnehmen der Form eine Garprobe machen, beim Hereinstechen darf kein Teig haften bleiben.

Den noch warmen Tortenboden auf ein Kuchengitter stürzen und etwa 10 Minuten auskühlen lassen.

Die Aprikosenkonfitüre leicht erwärmen und glatt rühren. Den Rand der Springform lockern, den Tortenboden aus der Form nehmen und mit der Aprikosenkonfitüre dick bestreichen. Nun erst die Torte völlig auskühlen lassen.

Für die Schokoladenglasur den Zucker mit 125 ml Wasser etwa 5 Minuten kochen lassen. Vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen, nach und nach das  warme Zuckerwasser einrühren, bis eine glatte, dickflüssige Glasur entsteht. Mit der fertigen, lauwarmen Schokoladenglasur die Torte mit einem Guss überziehen. Mit einer Palette die Glasur in zwei, drei Strichen auf der Oberfläche und an den Seiten verstreichen. Die Sachertorte vorsichtig auf eine Tortenplatte setzen und einige Stunden stehen lassen. So kann die Glasur ohne Risse fest werden.

Köstlich!

Die Torte in 12 oder 16 Stücke schneiden – Risse in der Schokoglasur lassen sich vermeiden, wenn man mit einem großen, scharfen Messer schneidet, das vor jedem Schnitt in kochend heißes Wasser getaucht wird. Unbedingt mit Schlagsahne servieren!

Rezept aus meinem Buch „Essen wie bei Muttern. Über 100 Lieblingsrezepte von Bismarck bis zu Promis von heute“.

Text & Fotos: Martina Tschirner

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Eine Antwort auf Sachertorte – Liaison von Aprikose und Schokolade

  1. klebefolie sagt:

    Wow !!! Schaut das Lecker aus, ich liebe Schokolade. Vielen dank. Das Rezept ist bereits ausgedruckt und kommt demnächst bei uns auf den Tisch!

    Lg Betina

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