Berlin-Entdeckungen 2018

Ein ganzer Broiler für zwei – Berliner Soulfoof mit Beilagen im TISK.

Welche tollen Restaurants haben im letzten Jahr in Berlin aufgemacht? Viele!!! Der Eröffnungsboom geht weiter, was für ein Glück, hier zu Hause zu sein! Drei Lokale haben uns besonders begeistert, alle mit tollen Fleischgerichten – ja, mögen wir! Aber natürlich kommt es auch darauf an, woher es stammt, das Fleisch! Ebenso wir die anderen Zutaten, es wird immer regionaler bei den jungen Köchen, klasse! Dazu gestaltet sich „gut essen gehen“ immer lockerer, immer zwangloser. Das gefällt vielen – und macht auch Gern-Essern Mut, die sich in der Gastroszene noch nicht so sicher fühlen.

Zu den drei neuen Tipps kommt am Schluss ein Restaurant im Prenzlauer Berg, das es schon ein bisschen länger gibt. Aber wir haben es im Sommer 2018 zum ersten Mal besucht – und sofort in die Liste unserer Lieblingsrestaurants aufgenommen.

Kumpel & Keule Speisewirtschaft

Geflügelbällchen in der Speisewirtschaft von „Kumpel & Keule“

„Es ist Zeit für eine neue Fleischkultur zwischen Messer & Gabel!“ Richtig, und genau die haben die Macher von „Kumpel & Keule“ eingeläutet, als sie 2015 ihre gläserne Metzgerei in der Markthalle Neun in Kreuzberg eröffnet haben. Nur knappe drei Jahre später war die Eröffnung eines kleinen Restaurants nur logisch – mitgenommen aus der Markthalle natürlich den besten Dry-Aged-Burger der Stadt. Nick schmeckten die krossen Geflügelbällchen mit Aioli und ein Flanksteak, mir das „Kumpel & Käse-Menü“ außer der Reihe mit Backenscholz-Käse. Schön anzuschauen ist der Reifeschrank fürs Fleisch. Es gibt eine kleine, feine Weinauswahl und gutes Handwerksbier. Die flüssige Entdeckung beim Absacker: Helmut, der Hamburger Wermut! Auf den Bänken lässt’s sich auch länger aushalten, nette Tischnachbarn inbegriffen. Der Service ist  sehr freundlich und kompetent. Prompt hat es die Speisewirtschaft in den Slow Food Genussführer 2019/20 geschafft!

Skalitzer Str. 97, 10997 Berlin, Reservierungen online, www.kumpelundkeule.de/speisewirtschaft

TISK Speisekneipe

„Jurkensalat“ fein jemacht – mit Dressing vom Chef.

Berliner Klassiker in neuem Gewand – und mit dem gewissen Extra – werden in der Neuköllner Speisekneipe angeboten. Und das wirklich sehr lecker! Als wir es im Herbst endlich geschafft hatten dort einzulaufen, waren wir begeistert! Allein die Blutwurstkroketten sind den Weg nach Neukölln wert, der „Jurkensalat“, den ich mir eigentlich als Beilage zum Hauptgang vorgestellt hatte, ebenso. Was für ein Auftritt, wenn Kristof Mulack, einer der Chefs, persönlich das Dressing angießt… Danach reines Soulfood: Broiler, Katopü mit krosser Hähnchenhaut und Mischgemüse – und das war sogar gut, obwohl ich kein Fan davon bin. Am Tresen zu sitzen lohnt sich, es macht großen Spaß, dem sehr fitten und netten Service zuzuschauen. „Hinterher noch ein Schnäpschen?“ Lange nicht gehört in Berlin, aber „dit is Berlin!“, janz besonders mit nem Mampe Halb und Halb! Wir kommen wieder ins „Berliner Szenerestaurant 2018“, einer Auszeichnung der Berliner Meisterköche.

Neckarstr. 12, 12053 Berlin, Tel 398 200 000, www.tisk-speisekneipe.de

Hirsch & Hase

Schon mal Haggis probiert? Als Praline unwiderstehlich!

Endlich wieder Leben im ehemaligen „Volta“ in der Brunnenstraße im Wedding! Emma  aus London und Fraser aus Schottland haben die zuvor einzig wirklich gute Kneipe im Bezirk übernommen und einen Gastro-Pub daraus gemacht – gelungen auf ganzer Linie! Sogar bei unserem ersten, etwas späten Besuch. Die Küche war schon saubergemacht und damit zu, trotzdem mussten wir nach dem Theater nicht hungern, denn Barfood-Snacks wie gutes, krustiges Brot mit Olivenöl & Balsamico und frisch aufgeschnittenen Prosciutto Crudo gibt es immer. Beim nächsten Mal dann die Wahl zwischen „Small Plates“ für je 5 Euro oder 7 Euro zum Ausprobieren und Teilen: z.B. knusprige Haggis Bon Bons mit Rübenpüree und Game Chips (lecker) oder Spicy Gebratener Tintenfisch mit Tartarsauce (auch super) oder Hirsch Tartar mit Brombeere und Haselnuss (edel). Sattmacher-Portionen gibt’s aber auch, z.B. Geschmortes Bäckchen. Zum Dessert muss es was typisch Schottisches sein: Cranachan, ein schmusiger Traum aus Sahne, roten Beeren, Haferflocken – und Whisky!

Brunnenstr. 73, 13355 Berlin, Tel 0176. 354 583 45, www.hirschundhase.de

Kochu Karu

Den „Hänsel & Gretel“ Teller mit Pilzvariationen zu beschreiben wäre schlicht untertrieben…

Korea trifft spanische Tapaskultur, so lässt sich das Konzept von Bini Lee und José Miranda Morillo beschreiben. Was hier entsteht ist Fusionküche vom Allerfeinsten, die dem „Guide Michelin“ wieder einen „Bib – Gourmand“ wert war – und wir vorher gar nicht wussten. José kocht, die zierliche Bini – eine koreanische Opernsängern – macht den superherzlichen Service. Auch hier in der Eberswalder Straße eine tolle Auswahl an kleinen Speisen zum Probieren und Teilen. Was mag „Hänsel & Gretel“ sein? Auf den Tisch kommt eine Geschmacksbombe, eine vegane: ein Pilzgericht nach buddhistischer „Templefood Art“ mit Enoki- Pilzen, Shitake-Marmelade, gegrillten Seitlingen und Sommertrüffel – Wahnsinn! Ebenso großartig sind die Lobster Dumplings, also Hummer-Teigtaschen in einer Kimchi Bisque mit Garnelen Popcorn. Auch die Gebeizte, kurz gegrillte Makrele mit Gerste und eingelegter Aprikose schmeckt klasse. Weil zur Korea-Küche ja auch ein Bulgogi-Barbecue gehört, bestellen wir das auch. Was für eine Entdeckung in Prenzlauer Berg!

Eberswalder Str. 35, 10437 Berlin, Tel 030. 809 381 91, www.kochukaru.de

Bini Lee, Gastgeberin im „Kochu Karu“ mit meinem Genießersohn Nick.

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